Veranstaltungsrückblick Gesundheitskonferenz 2024

           

Impulsvorträge

Dr. Lisa Hasenbein

Dr. Lisa Hasenbein leitet die Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung Jugendlicher“ am Deutschen Jugendinstitut (DJI). Sie ist Mitglied im Kompetenzteam Jugend des DJI-Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“, welcher regelmäßig Daten zum Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen sowie zu den Lebenslagen von Erwachsenen und Familien in Deutschland erhebt. In ihrer Forschung beschäftigt sich die Psychologin unter anderem mit der Vielfalt jugendlicher Lebenslagen sowie mit Belastungs- und Resilienzfaktoren für gesundes Aufwachsen.

Vortragsfolien von Dr. Lisa Hasenbein

 

    

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Prof. Dr. Orkan Okan

Dr. Orkan Okan ist Professor für Gesundheitskompetenz am Department for Health and Sport Sciences an der TUM School of Medicine and Health der Technischen Universität München. Dort leitet er das WHO-Kollaborationszentrum für Gesundheitskompetenz. Prof. Okans Forschung umfasst alle Facetten der Gesundheitskompetenz in der Gesellschaft mit einem besonderen Schwerpunkt auf Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung, Gesundheitsversorgung und Digitalisierung. Seine interdisziplinäre Forschung konzentriert sich insbesondere auf die Gesundheitskompetenz im Kindes- und Jugendalter sowie in der Schule. Er ist Vizepräsident der International Health Literacy Association (IHLA), Präsident der EUPHA Health Literacy Section, stellvertretender Vorsitzender der IUHPE GWG Health Literacy sowie Mitbegründer und Vorsitzender des Global Health Literacy Forschungsnetzwerks (GLOBHL).

Vortragsfolien von Prof. Dr. Orkan Okan

   

Workshops

Leitung:
Marion Chenevas und Vreni Steinack (GSR-GP)

1. Was waren die Themen des Workshops?

Was sind Trends und Herausforderungen der Kinder- und Jugendgesundheit? Beim Workshop ging es um die Integration der Perspektive von Kindern und Jugendlichen in der Fachleitlinie Gesundheit.


Als zwei wichtige Handlungsfelder für Kinder und Jugendgesundheit in der Leitlinie Gesundheit wurden:
a. seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
b. sowie eine gesundheitsförderliche Stadtplanung für Kinder und Jugendliche diskutiert.

 

2. Welche Maßnahmen und Lösungsstrategien werden wichtig?

a. Für eine Verbesserung der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen müssen Risikofaktoren gemindert und Risikoschutzfaktoren gestärkt werden.

b. Die Versorgungslandschaft ist vielfältig, viele gute Projekte müssen nachhaltig finanziert und im Stadtgebiet bekannt gemacht werden.

c. Für eine gesunde Stadt für Kinder und Jugendliche ist die Planung von ausreichend für alle zugänglichen Freiräumen für junge Menschen nötig.

d. Das Setting „Schule“ ist von zentraler Bedeutung.

e. Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Stadtplanung soll gefördert werden. Wichtig ist dabei, dass die Wirkung der Partizipation zeitnah sichtbar ist.

 

Leitung:
Dr. Katrin Mildenberger (GSR-GVO)

1. Was waren die Themen des Workshops? Was sind Trends und Herausforderungen der Kinder- und Jugendgesundheit?

Nach einem kurzen Impulsvortrag von Dr. Hein (Mental Health Initiative) zu Resilienz und Präventionsansätzen tauschten sich die Teilnehmenden zu 3 Leitfragen in Kleingruppen aus.

a. Wo sind positive Entwicklungen; was läuft gut in München?
i. Es gibt ein vielfältiges, großes Angebotsspektrum und Vernetzungsmöglichkeiten.
ii. Die Relevanz der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird von der Politik gesehen und es werden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.
iii. Über psychische Erkrankungen kann gesprochen werden: Entstigmatisierung.

b. Welche Herausforderungen gibt es?
i. Fachkräftemangel in jedem Bereich und damit verbunden lange Wartezeiten für Unterstützungsmöglichkeiten
ii. Z.T. fehlender Überblick über die vielfältigen Angebote mit der Folge, dass diese nicht abgerufen werden.
iii. Kinder und Jugendliche in prekären Lebenslagen werden nur schwierig erreicht.
iv. Zeitlich begrenzte Finanzierung von Projekten lässt Expertise/Wissen schwinden.

c. Was brauchen Kinder und Jugendliche in München?
i. Partizipation von Kindern und Jugendlichen in ihren Belangen
ii. Digitale Informationsangebote (z.B. über tiktok) für junge Menschen
iii. Dauerhafte Implementierung von Maßnahmen dort, wo Kinder und Jugendliche sich aufhalten
iv. Mehrsprachige Begleitung und Beratung von Eltern, auch aufsuchende Angebote; niederschwellige Angebote, auch digital z.B. über Apps. v. Wohnraum und förderliche Wohn- und Umgebungsverhältnisse

Leitung:
Dr. Julia Remmele (Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie, TUM School of Medicine and Health, Technische Universität München)

Kurzbeschreibung:
Der Workshop bietet eine Einführung und erste Diskussion zur Frage: Wie brisant ist Prävention von Übergewicht und Adipositas im Kindesalter? Anschließend wird interaktiv betrachtet, wie Risiken objektiv ermittelt werden können. Hier können Testungen selbst erlebt und durchgeführt werden, die der Risikoabschätzung dienen. Abschließend wird diskutiert, wie die Implementierung der Prävention in den Alltag erfolgen kann.

Kurzer Hintergrund:
Basierend auf den aktuellen Zahlen der WHO, WHO European Region lässt sich ein stetig steigender Trend beschreiben, Kinder und Jugendliche in der erweiterten europäischen Region sind zunehmend übergewichtig und adipös. Übergewicht und Adipositas…

  • im Kindesalter tragen stark zu Krankheit und Sterblichkeit im späteren Leben bei.
  • erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ II und orthopädische Probleme (=>Schmerzen).
  • haben erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, Lebensqualität und stehen im Zusammenhang mit schlechteren schulischen Leistungen und geringerem Selbstwertgefühl.
     

Wie können wir die Auswirkungen von Übergewicht und Adipositas darstellen bzw. messbar machen?
=> Messungen selbst erleben

Messungen von Parametern zur Risikobestimmung an 4 Stationen durchführen, erleben und fragen …

Gemeinsame Diskussion, was und wie können wir etwas ändern?

  • Niederschwelligen Zugang zu Informationen ermöglichen
  • Aufklären und beraten (gesundheitsförderliche Verhaltensweisen im Kontext von Bewegung, Ernährung sowie vernünftiger Umgang mit zuckerhaltigen Getränken und Snacks)
  • Muss gut in den Alltag integrierbar sein => Aktivitätsposter für Kinder und Jugendliche
  • In einer sich wandelnden Zeit, muss die Gesundheitskommunikation neu gedacht werden
    => zentrales Problem: Wie erreichen wir die Menschen, die wir erreichen müssen?
    => Meist nur interessierte und engagierte auch bei so einer Veranstaltung wie die Gesundheitskonferenz.

Station 1:
Messung der Gefäßwanddicke der Intima Media der A. carotis communis, als Parameter für Gefäßgesundheit, dient unter anderem als Früherkennungszeichen für Arteriosklerose.

Station 2:
Messung der Handgriffkraft, gilt als Maß für die Armkraft sowie für die allgemeine Muskelstärke, aber auch als diagnostisches Instrument. Erlaubt Schlussfolgerungen auf den gesamten Gesundheitszustand (Geriatrische Medizin) und steht in Verbindung mit Morbidität und Mortalität.

Station 3:
Messung der Pulswellengeschwindigkeit (PWV), RR zentral und peripher. Die PWV beschreibt in Meter pro Sekunde die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Druckwelle die durch den Herzschlag ausgelöst wird. Die Messung dient der Beurteilung der Gefäßwandelastizität sowie als Prädiktor für kardiovaskuläre Ereignisse.

Station 4:
Messung der körperlichen Fitness mit einer Testbatterie aus dem FITNESSGRAM®
Die Testbatterie gibt Auskunft über die Körperkraft und die Körperflexibilität / -mobilität.

Leitung:
Tanja Gollrad (für das RBS), Lena Lang (Stadtjugendamt), Viktoria Račić (GSR-GVO)

1. Was waren die Themen des Workshops?

  •  Alkohol, Tabak-, Rauch-, Nikotinprodukte und Cannabis: Zahlen und Fakten
  • Das Münchner Programm zur Suchtprävention mit seinen Lebenswelten Kita, (Hoch-)Schule, Freizeit und Familie
  • Die Angebote der Website https://muenchner-suchtpraevention.de
  • Das Konsumcannabisgesetz
  • Angebote der Frühintervention
  • Zeitgemäße, wirksame Suchtprävention 
  • Fortbildungsangebote
  • Jugendschutz

2. Was sind Trends und Herausforderungen der Kinder- und Jugendgesundheit?

  • Alkohol ist noch immer das mit Abstand am häufigsten konsumierte Suchtmittel bei Jugendlichen.
  • E-Zigaretten und ähnliche Produkte haben die klassische Zigarette in der Beliebtheit inzwischen eingeholt.
  • Wird sich das neue Konsumcannabisgesetz auf die Konsumprävalenz bei Kindern und Jugendlichen auswirken?
  • Häufig wird Prävention in Form von kurzen einmaligen Projekten umgesetzt, dieses Vorgehen hat aber nur eine geringe Wirkung.

3. Welche Maßnahmen und Lösungsstrategien werden wichtig?

  • Es müssen alle Formen der Prävention (universell, selektiv und indiziert) bedacht werden.
  • Verhaltens- und Verhältnisprävention sind gleichermaßen wichtig. Bei der Verhältnisprävention ist eine strukturelle Verankerung von Prävention in den Einrichtungen anzustreben.
  • Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz sollten konsequent gemeldet werden.

 

Das Handout finden Sie hier.

Leitung:
PD Dr. Ulrich von Both (Dr. von Haunerschen Kinderspital am LMU Klinikum)

1. Was waren die Themen des Workshops? Was sind Trends und Herausforderungen der Kinder- und Jugendgesundheit?

a. PMPH -Pediatric Migrant & Public Health Centre- eine Brücke zwischen den Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes und der kurativen Medizin
b. Verbesserung der medizinischen Versorgung und der TB-Kontrolle in München
c. Eine Unterstützung beim Zugang zum deutschen Gesundheitssystem
d. Fördert synergetisch die gesellschaftliche Integration der Kinder und Jugendlichen

2. Welche Maßnahmen und Lösungsstrategien werden wichtig?
a. Besonderen Wert hat die Schaffung einer kultursensiblen Behandlungsumgebung
b. Wichtig ist zudem die Verfügbarkeit von Sprachmittler*innen und eine umfassende sozialpädagogische Unterstützung.

3. Offene Fragen?
a. Ziel: Das Modell-Projekt könnte Schule mache und als Konzepts in vielen Städten Deutschlands übernommen werden.

Kennelernmarkt

Verschiedene Organisationen und Initiativen zur Kinder- und Jugendgesundheit in München stellten sich vor und präsentierten ihre Projekte. 

Folgende Angebote und Institutionen nahmen am Kennenlernmarkt teil: