
Programm
Vorstellung Masterplan Prävention
Impulsvorträge
Workshops
Rückschau in der Rathaus Umschau
Programm
| Uhrzeit | Programmpunkte |
| 08:30 Uhr | Ankommen und Austausch bei Kaffee und Getränken |
| 09:00 Uhr | Begrüßung Vorsitzende des Gesundheitsbeirats Frau Beatrix Zurek Grußworte Frau Bürgermeisterin Verena Dietl |
| 09:15 Uhr | Vorstellung Masterplan Prävention Bayern |
| 09:30 Uhr | Impulsvorträge mit anschließender Diskussion: Prof. Dr. Heidi Stöckl (LMU): „Prävention als Schlüssel zur Gesundheit: Innovative Möglichkeiten an der Schnittstelle von Universität und Kommune“ Dr. Jan Schmid-Ellinger (TUM): „Beispiele aus der Stadt – Prävention und Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen in München“ |
| 11:00 Uhr | Pause |
| 11:30 Uhr | Workshops: Workshop 1: Wohnungslos, sucht- oder psychisch krank – (wie) gelingt Gesundheitsförderung in prekären Lebenslagen? Workshop 2: Psychische Gesundheit stärken – aber wie? Workshop 3: Wenn Fürsorge belastet & krank macht: Prävention für Menschen mit Care-Verantwortung wirksam gestalten Workshop 4: Prävention, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Wohlbefinden: Praktische Beispiele aus der Stadtentwicklung anhand des Projektes „Creating NEBourhoods Together“ Workshop 5: Quartiersküchen – Prävention durch niederschwellige Angebote Workshop 6 (online): Fachleitlinie Gesundheit – von der Planung in die Umsetzung |
| 13:00 Uhr | Zusammenfassung und Fazit |
| Abschluss und Austausch |
Die Veranstaltung wurde von der Geschäftsführung des Gesundheitsbeirats Dr. Sara Schulz und Dr. Andrea Stadelmann moderiert.
Vorstellung Masterplan Prävention
Dr. Sara Schulz und Dr. Andrea Stadelmann stellten den Masterplan Prävention und die Umsetzung des strukturellen Ziels 5 zur Einführung des Präventionstags in München vor. Der Gesundheitsbeirat koordiniert den Präventionstag in München zusammen mit zahlreichen Kooperationspartner*innen.
Vortragsfolien Masterplan Prävention
Impulsvorträge

Prof. Dr. Heidi Stöckl
Dr. Heidi Stöckl ist Professorin für Public Health Evaluation am Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung, Pilotierung, Evaluation und Umsetzung und Adaption von Public Health Maßnahmen der Verhältnis- und/oder Verhaltensprävention, unter der Anwendung von innovativen Konzepten und Methoden. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen, sexueller und reproduktiver Gesundheit und sozialen Determinanten der Gesundheit. Sie arbeitet eng mit der Weltgesundheitsorganisation und dem UN Trust Fund to End Violence against Women zusammen und ist Honorarprofessorin an der London School of Hygiene and Tropical Medicine.

Dr. Jan Schmid-Ellinger
Dr. Jan Schmid-Ellinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik an der TUM School of Medicine and Health der Technischen Universität München. Dort leitet er Projekte zur Prävention und Gesundheitsförderung verschiedener Gruppen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Frage, wie insbesondere Städte so gestaltet werden können, dass sie gesunde Lebensweisen ermöglichen. Dabei arbeitet er transdisziplinär an der Schnittstelle von Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft und verbindet Forschung konsequent mit Anwendung. Im Sinne eines sozialökologischen Forschungsansatzes zielt seine Arbeit darauf ab, konkrete Veränderungen in realen Lebensräumen anzustoßen.
Workshops
Workshop 1: Wohnungslos, sucht- oder psychisch krank – (wie) gelingt Gesundheitsförderung in prekären Lebenslagen?
Leitung:
Birgit Gorgas und Vreni Steinack mit Dr. Tabea Brick und Marijo Suman (Gesundheitsreferat)
Einführungsvortrag:
Prof. Dr. Christian Janßen (Hochschule München)
Vortragsfolien von Prof. Janßen
Inhalt:
Wer wohnungslos und/oder chronisch sucht- oder psychisch erkrankt ist, verfügt in der Regel kaum über persönliche Ressourcen, sich um die Erhaltung und Förderung der eigenen Gesundheit zu kümmern. Wie muss Gesundheitsförderung gedacht und umgesetzt werden, um Menschen in dieser Lebenssituation zu erreichen und sie in einem gesundheitsbewussteren Verhalten zu unterstützen?
Zusammenfassung:
Der Workshop widmete sich der Frage, inwieweit Gesundheitsförderung auch für Personen in prekärer gesundheitlicher und sozialer Lebenslage möglich ist und wie sie gestaltet sein müsste, um die Personen überhaupt zu erreichen. Prof. Dr. Christian Janßen stellte in einem Impulsvortrag dar, wie stark der Zusammenhang zwischen Lebenslage und Gesundheit ist und machte deutlich, dass erfolgreiche Gesundheitsförderung bei den individuellen Zielen der adressierten Personen beginnt und zunächst ihr Bewusstsein für die Probleme ebenso wie für ihre Handlungsspielräume erarbeiten muss. Erfolgreiche Gesundheitsförderung kann dabei einen mehrfachen Return on Invest erreichen und wichtige gesellschaftliche Wirkungen entfalten.
Zentrale Diskussionspunkte:
- Hürden für Personen in prekären Lebenslagen:
zu hochschwellige Angebote mit hohen Anforderungen an das Klientel, fehlende Zeit bei den Unterstützungsdiensten für ein individuelles und geduldiges gemeinsames Arbeiten, zu wenig intersektionales Vorgehen insbesondere bei Behörden und Leistungsträgern und zunehmend komplexe Problemlagen bei den prekär lebenden Personen - Erfolgreiche Projekte zeigen, dass Erfolg möglich ist und Gesundheitsförderung Spaß machen kann, wenn Klient*innen Veränderungen und selbstbewirkte Erfolge erleben oder ungewöhnliche Herangehensweisen ausprobiert werden.
- Kulturelle und gemeinschaftliche Erlebnisse fördern die Teilhabe und damit die Gesundheit und sollten stärker einbezogen werden.
- Muttersprachliche Multiplikator*innenkonzepte bzw. communitybasierte Ansätze könnten insbesondere bei Personen mit Migrationsgeschichte und/oder Fluchterfahrung hilfreich sein.
- Zentrales Problem bleibt die Verfügbarkeit von finanziellen Mitteln, da diese auch nicht aus der notwendigen gesundheitlichen Versorgung umgesteuert werden dürfen.
Aufgaben / Nächste Schritte:
- Gesundheitsförderung sollte in die Arbeit mit Personen in prekären Lebenslagen eingebunden werden.
- Die Workshopleitungen werden die Inhalte und Anregungen in ihre Tätigkeit im Gesundheitsreferat integrieren.
Workshop 2: Psychische Gesundheit stärken – aber wie?
Leitung:
Jana Czernich (Gesundheitsreferat)
Inhalt:
Gemeinsam werden Ideen zur Förderung der psychischen Gesundheit in München entwickelt. Dabei werden insbesondere belastete und vulnerable Gruppen berücksichtigt.
Zusammenfassung:
Der Workshop behandelte das Thema wie Angebote zur Prävention im Bereich der psychischen Gesundheit besonders für vulnerable Personengruppen zugänglicher gemacht werden können. Dazu wurden in drei Gruppen die Fragen diskutiert: Wer zählt zur vulnerablen Zielgruppe? Welche Angebote in München kennen Sie bereits? Und was bräuchte es darüber hinaus für Angebote?
Zentrale Erkenntnisse:
- Es gibt bereits eine Vielzahl von Angeboten, sie sind jedoch nicht ausreichend bekannt.
- Aktionen zu Awareness und Entstigmatisierung werden häufig nur in Sozialen Medien beworben und erreichen daher einen großen Teil der Zielgruppe nicht
- Angebote können stigmatisierend wahrgenommen werden z.B. Angebote „gegen Einsamkeit“
- Angebote die unter einem anderen Titel laufen, z.B. Gruppensportangebote, erhalten oder verbessern die psychische Gesundheit, obwohl sie nicht explizit dafür konzipiert wurden.
Ziel ist es nicht neue Angebote oder Einrichtungen zu schaffen, sondern eine Stärkung des Bestehenden sowie eine bessere Vernetzung der Akteur*innen.
Aufgaben / Nächste Schritte:
- Die Ergebnisse des Workshops werden in die Entwicklung eines Programms zur Prävention psychischer Gesundheit einfließen.
- Das Programm ist eine Auftrag aus der Fachleitlinie Gesundheit der Landehauptstadt München.
Workshop 3: Wenn Fürsorge belastet & krank macht: Prävention für Menschen mit Care-Verantwortung wirksam gestalten
Leitung:
Lena Schneck (Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein e.V.) und Pia Linden (FrauenGesundheitsZentrum)
Expertinnen:
Petra Schmieder-Runschke (Projekt „Young Carer Coach“ der An Deiner Seite-Stiftung), Vanessa Baumgärtler (Personal- und Organisationsreferat, zentrales betriebliches Gesundheitsmanagement), Nadine Adlich (ver.di, Bezirksfrauenrat)
Inhalt:
Care-Verantwortung prägt den Alltag vieler Menschen – und wirkt sich aufgrund gesellschaftlicher und struktureller Bedingungen oft spürbar auf die eigene Gesundheit aus. Im Workshop analysieren die Teilnehmenden, welche Belastungen entstehen, wenn man dauerhaft Verantwortung für andere übernimmt und welche Unterstützungsangebote es bereits gibt. Gemeinsam entwickeln wir Ideen, wie Prävention im Münchner Gesundheitswesen so gestaltet werden kann, dass sie Menschen mit Care-Verantwortung im Alltag besser erreicht und wirksam entlastet.
Zusammenfassung:
Care-Arbeit prägt den Alltag der meisten Menschen und ist zentrale Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Obwohl Fürsorge sinnstiftend sein kann und unser Menschsein wesentlich ausmacht, gehen mit Care-Verantwortung häufig erhebliche gesundheitliche Belastungen einher, die bislang zu selten thematisiert und systematisch in den Blick genommen werden. Im Workshop wurde diskutiert, wie Prävention für Menschen mit Care-Verantwortung wirksam gestaltet werden kann und welche strukturellen Veränderungen hierfür notwendig sind.
Zentrale Diskussionspunkte:
- Care-Arbeit und die damit verbundenen psychischen und körperlichen Belastungen müssen stärker sichtbar gemacht und als relevantes Gesundheitsthema anerkannt werden.
- Präventionsangebote für Menschen mit Care-Verantwortung sind bislang nur punktuell vorhanden und erreichen die Betroffenen häufig nicht ausreichend.
- Austausch- und Begegnungsräume können entlasten, Isolation entgegenwirken und den Zugang zu Unterstützung erleichtern.
- Die gesundheitlichen Folgen von Care-Arbeit sind nicht allein individuelle Herausforderungen, sondern Ausdruck struktureller Rahmenbedingungen. Prävention muss daher über individuelle Verhaltensänderungen hinausgehen und gesellschaftliche sowie institutionelle Verantwortung einbeziehen.
Aufgaben / Nächste Schritte:
- Die Sichtbarkeit von Care-Arbeit und ihren gesundheitlichen Auswirkungen in Gesundheitsförderung und Prävention stärken.
- Bestehende Unterstützungs- und Präventionsangebote besser vernetzen und für Betroffene leichter zugänglich machen.
- Nachhaltige Netzwerke und Austauschformate für Menschen mit Care-Verantwortung etablieren.
- Ansätze entwickeln, die Care-Arbeit als strukturelles Gesundheitsthema adressieren und politische sowie institutionelle Handlungsmöglichkeiten stärker in den Fokus rücken.
Workshop 4: Prävention, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Wohlbefinden: Praktische Beispiele aus der Stadtentwicklung anhand des Projektes „Creating NEBourhoods Together“
Leitung:
Christoph Heidenhain mit Dr. Sylvia Pintarits und Robert Kulzer (Referat für Stadtplanung und Bauordnung)
Expert*innen
Florian Röder (Campus di Monaco), Adrian Sölch (Raumfragen e.V.) und Daniela Kreß-Reithinger (Sozialreferat)
Vortragsfolien Raumfragen e.V.
Inhalt:
Nachhaltige Stadtentwicklung kann einen wichtigen, auch präventiven Beitrag für eine gesunde Stadt leisten. Der Workshop stellt praktische Beispiele aus dem Projekt „Creating NEBourhoods Together“ im Handlungsraum Neuperlach vor.
Zusammenfassung:
Mitwirkende und Kümmerer aus Neuperlach stellten zwei Gestaltungsprojekte im (halb)öffentlichen Raum vor, welche 2024 im Rahmen des EU-Projekts „Creating NEBourhoods Together“ im Handlungsraum Neuperlach entstanden sind: „Hortus di Monaco“, ein Schul- & Nachbarschaftsgarten mit Verschattungsarchitektur und Inwertsetzung eines Abstandsgrünstreifens neben einer Montessorischule und CHILLspORT, eine partizipatorisch, architektonisch und theaterpädagogisch anspruchsvolle Neugestaltung eines Mittelschul-Eingangsbereichs mit Auswahl, Anpacken und Aufbau durch/mit Schüler*innen.
Zentrale Diskussionspunkte:
- Stadtentwicklungsprojekte müssen vom Ender her gedacht werden – wer übernimmt langfristig Eigentum, Unterhalt und Abnahme?
- Kümmerer von Projekten haben eine entscheidende Rolle und sind aber oft unterfinanziert.
- Es ist wichtig, möglichst frühzeitig alle vorher und nachher Betroffenen einzubinden.
- Der Genehmigungs- & Verwaltungsdschungel bzw. die Benennung entsprechend kompetenter Lots*innen von Seiten der LHM muss frühzeitig bedacht werden.
Aufgaben / Nächste Schritte:
- Durch das Handlungsraum-Team im Planungsreferat soll einen Rahmen aufgesetzt werden, der Versicherungs- & Haftungslösungen von Seiten der LHM bündelt und transparenter regelt.
- Bedingungen zum Testen von Prototypen im öffentlichen Raum sollen verbessert werden.
Workshop 5: Quartiersküchen – Prävention durch niederschwellige Angebote
Leitung:
Verena Rosa Karailanidis (Münchner Ernährungsrat e.V.)
Inhalt:
Wie können Quartiersküchen zur Prävention beitragen? Die Münchner Quartiersküchen sind ein offenes und partizipatives Angebot, bei dem den Teilnehmenden unter anderem gesundes, regionales und saisonales Kochen vermittelt wird.
Zusammenfassung:
Das Projekt Quartiersküchen hat den Anspruch eines niederschwelligen Angebots. Hierzu müssen die Auffindbarkeit und die Anmeldung vereinfacht und die Anzahl der Standorte ausgebaut werden. Der Bekanntheitsgrad der Quartiersküchen reduziert sich aktuell noch Personen, die sich bereits mit dem Thema Ernährung auseinander setzen. Der Präventionsfaktor Ernährung ist in der Bevölkerung noch nicht ausreichend angekommen.
Zentrale Diskussionspunkte:
- Die Quartiersküchen könnten in Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen des Gesundheitswesens weiter unterstützt und besser vermittelt werden.
- Quartiersküchen und ähnliche Angebote sollten für spezifische Personengruppen ermöglicht werden, z.B. für Eltern.
Aufgaben / Nächste Schritte:
- Bekanntheit der Quartiersküchen verbessern: auf Einrichtungen zugehen, auf Barrierefreiheit aufmerksam machen, Vermittlung durch Kooperationspartner*innen.
- Eröffnen neuer Quartiersküchen, z.B. in Giesing oder Milbertshofen.
Workshop 6 (online): Fachleitlinie Gesundheit – von der Planung in die Umsetzung
Leitung:
Laura Geiger, Antje Kohlrusch und Sebastian Seisenberger (Gesundheitsreferat)
Inhalt:
Vorstellung der neuen Fachleitlinie Gesundheit „Gesundheitsgerechtigkeit fördern und Krisen meistern“ und gemeinsamer Austausch über die kooperative Umsetzung sowie Anschlussfähigkeit an die Münchner Gesundheitslandschaft.







