Leitung:
Lena Schneck (Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein e.V.) und Pia Linden (FrauenGesundheitsZentrum)
Expertinnen:
Petra Schmieder-Runschke (Projekt „Young Carer Coach“ der An Deiner Seite-Stiftung), Vanessa Baumgärtler (Personal- und Organisationsreferat, zentrales betriebliches Gesundheitsmanagement), Nadine Adlich (ver.di, Bezirksfrauenrat)
Inhalt:
Care-Verantwortung prägt den Alltag vieler Menschen – und wirkt sich aufgrund gesellschaftlicher und struktureller Bedingungen oft spürbar auf die eigene Gesundheit aus. Im Workshop analysieren die Teilnehmenden, welche Belastungen entstehen, wenn man dauerhaft Verantwortung für andere übernimmt und welche Unterstützungsangebote es bereits gibt. Gemeinsam entwickeln wir Ideen, wie Prävention im Münchner Gesundheitswesen so gestaltet werden kann, dass sie Menschen mit Care-Verantwortung im Alltag besser erreicht und wirksam entlastet.
Zusammenfassung:
Care-Arbeit prägt den Alltag der meisten Menschen und ist zentrale Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Obwohl Fürsorge sinnstiftend sein kann und unser Menschsein wesentlich ausmacht, gehen mit Care-Verantwortung häufig erhebliche gesundheitliche Belastungen einher, die bislang zu selten thematisiert und systematisch in den Blick genommen werden. Im Workshop wurde diskutiert, wie Prävention für Menschen mit Care-Verantwortung wirksam gestaltet werden kann und welche strukturellen Veränderungen hierfür notwendig sind.
Zentrale Diskussionspunkte:
- Care-Arbeit und die damit verbundenen psychischen und körperlichen Belastungen müssen stärker sichtbar gemacht und als relevantes Gesundheitsthema anerkannt werden.
- Präventionsangebote für Menschen mit Care-Verantwortung sind bislang nur punktuell vorhanden und erreichen die Betroffenen häufig nicht ausreichend.
- Austausch- und Begegnungsräume können entlasten, Isolation entgegenwirken und den Zugang zu Unterstützung erleichtern.
- Die gesundheitlichen Folgen von Care-Arbeit sind nicht allein individuelle Herausforderungen, sondern Ausdruck struktureller Rahmenbedingungen. Prävention muss daher über individuelle Verhaltensänderungen hinausgehen und gesellschaftliche sowie institutionelle Verantwortung einbeziehen.
Aufgaben / Nächste Schritte:
- Die Sichtbarkeit von Care-Arbeit und ihren gesundheitlichen Auswirkungen in Gesundheitsförderung und Prävention stärken.
- Bestehende Unterstützungs- und Präventionsangebote besser vernetzen und für Betroffene leichter zugänglich machen.
- Nachhaltige Netzwerke und Austauschformate für Menschen mit Care-Verantwortung etablieren.
- Ansätze entwickeln, die Care-Arbeit als strukturelles Gesundheitsthema adressieren und politische sowie institutionelle Handlungsmöglichkeiten stärker in den Fokus rücken.
Fotoprotokoll Workshop 3