
Prävention hat das Ziel, Krankheitsrisiken zu minimieren, das Auftreten von Erkrankungen zu verhindern und die Gesundheit der Bevölkerung zu stärken. Sie ist ein entscheidender Hebel für ein gesundes Leben in allen Lebensphasen.
Angesichts der steigenden Krankheitslast durch chronische Erkrankungen und psychische Gesundheitsprobleme sowie der Herausforderungen des demografischen Wandels ist die Vorbeugung von Krankheiten eine wesentliche Voraussetzung, um das Gesundheitssystems nachhaltig zu entlasten.
Die Gesundheitskonferenz greift dieses wichtige Thema im Rahmen des Masterplans Prävention Bayern auf und beleuchtet die vielfältigen Chancen, die Prävention für die Gesundheit der Bürger*innen und die Gesellschaft insgesamt bietet. Zudem wird aufgezeigt, wie eine erfolgreiche Umsetzung präventiver Maßnahmen in München realisiert werden kann und Herausforderungen diskutiert.
Die Veranstaltung findet am 17. Juni 2026 von 09:00 bis 13:30 Uhr im Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1, 80809 München statt. Die Anmeldung ist bis zum 10.06.2026 möglich.
Programm
| Uhrzeit | Programmpunkte |
| 08:30 Uhr | Ankommen und Austausch bei Kaffee und Getränken |
| 09:00 Uhr | Begrüßung Vorsitzende des Gesundheitsbeirats Frau Beatrix Zurek Grußworte Frau Bürgermeisterin Verena Dietl |
| 09:15 Uhr | Vorstellung Masterplan Prävention Bayern |
| 09:30 Uhr | Impulsvorträge mit anschließender Diskussion: Prof. Dr. Heidi Stöckl (LMU): „Prävention als Schlüssel zur Gesundheit: Innovative Möglichkeiten an der Schnittstelle von Universität und Kommune“ Dr. Jan Schmid-Ellinger (TUM): „Beispiele aus der Stadt – Prävention und Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen in München“ |
| 11:00 Uhr | Pause |
| 11:30 Uhr | Workshops: Workshop 1: Wohnungslos, sucht- oder psychisch krank – (wie) gelingt Gesundheitsförderung in prekären Lebenslagen? Workshop 2: Psychische Gesundheit stärken – aber wie? Workshop 3: Wenn Fürsorge belastet & krank macht: Prävention für Menschen mit Care-Verantwortung wirksam gestalten Workshop 4: Prävention, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Wohlbefinden: Praktische Beispiele aus der Stadtentwicklung anhand des Projektes „Creating NEBourhoods Together“ Workshop 5: Quartiersküchen – Prävention durch niederschwellige Angebote Workshop 6 (online): Fachleitlinie Gesundheit – von der Planung in die Umsetzung |
| 13:00 Uhr | Zusammenfassung und Fazit |
| Abschluss und Austausch |
Die Geschäftsführung des Gesundheitsbeirats Dr. Sara Schulz und Dr. Andrea Stadelmann werden durch die Veranstaltung führen.
Referent*innen

Prof. Dr. Heidi Stöckl
Dr. Heidi Stöckl ist Professorin für Public Health Evaluation am Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung, Pilotierung, Evaluation und Umsetzung und Adaption von Public Health Maßnahmen der Verhältnis- und/oder Verhaltensprävention, unter der Anwendung von innovativen Konzepten und Methoden. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen, sexueller und reproduktiver Gesundheit und sozialen Determinanten der Gesundheit. Sie arbeitet eng mit der Weltgesundheitsorganisation und dem UN Trust Fund to End Violence against Women zusammen und ist Honorarprofessorin an der London School of Hygiene and Tropical Medicine.

Dr. Jan Schmid-Ellinger
Dr. Jan Schmid-Ellinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik an der TUM School of Medicine and Health der Technischen Universität München. Dort leitet er Projekte zur Prävention und Gesundheitsförderung verschiedener Gruppen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Frage, wie insbesondere Städte so gestaltet werden können, dass sie gesunde Lebensweisen ermöglichen. Dabei arbeitet er transdisziplinär an der Schnittstelle von Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft und verbindet Forschung konsequent mit Anwendung. Im Sinne eines sozialökologischen Forschungsansatzes zielt seine Arbeit darauf ab, konkrete Veränderungen in realen Lebensräumen anzustoßen.
Workshops
Workshop 1: Wohnungslos, sucht- oder psychisch krank – (wie) gelingt Gesundheitsförderung in prekären Lebenslagen?
Leitung: Birgit Gorgas und Vreni Steinack mit Dr. Tabea Brick und Marijo Suman (Gesundheitsreferat)
Einführungsvortrag: Prof. Dr. Christian Janßen (Hochschule München)
Wer wohnungslos und/oder chronisch sucht- oder psychisch erkrankt ist, verfügt in der Regel kaum über persönliche Ressourcen, sich um die Erhaltung und Förderung der eigenen Gesundheit zu kümmern. Wie muss Gesundheitsförderung gedacht und umgesetzt werden, um Menschen in dieser Lebenssituation zu erreichen und sie in einem gesundheitsbewussteren Verhalten zu unterstützen?
Workshop 2: Psychische Gesundheit stärken – aber wie?
Leitung: Jana Czernich (Gesundheitsreferat)
Gemeinsam werden Ideen zur Förderung der psychischen Gesundheit in München entwickelt. Dabei werden insbesondere belastete und vulnerable Gruppen berücksichtigt.
Workshop 3: Wenn Fürsorge belastet & krank macht: Prävention für Menschen mit Care-Verantwortung wirksam gestalten
Leitung:
Lena Schneck (Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein e.V.) und Pia Linden (FrauenGesundheitsZentrum)
Care-Verantwortung prägt den Alltag vieler Menschen – und wirkt sich aufgrund gesellschaftlicher und struktureller Bedingungen oft spürbar auf die eigene Gesundheit aus. Im Workshop analysieren die Teilnehmenden, welche Belastungen entstehen, wenn man dauerhaft Verantwortung für andere übernimmt und welche Unterstützungsangebote es bereits gibt. Gemeinsam entwickeln wir Ideen, wie Prävention im Münchner Gesundheitswesen so gestaltet werden kann, dass sie Menschen mit Care-Verantwortung im Alltag besser erreicht und wirksam entlastet.
Workshop 4: Prävention, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Wohlbefinden: Praktische Beispiele aus der Stadtentwicklung anhand des Projektes „Creating NEBourhoods Together“
Leitung:
Christoph Heidenhain mit Dr. Sylvia Pintarits und Robert Kulzer (Referat für Stadtplanung und Bauordnung)
Nachhaltige Stadtentwicklung kann einen wichtigen, auch präventiven Beitrag für eine gesunde Stadt leisten. Wir stellen praktische Beispiele aus dem Projekt „Creating NEBourhoods Together“ im Handlungsraum Neuperlach vor.
Workshop 5: Quartiersküchen – Prävention durch niederschwellige Angebote
Leitung: Verena Rosa Karailanidis (Münchner Ernährungsrat e.V.)
Wie können Quartiersküchen zur Prävention beitragen? Die Münchner Quartiersküchen sind ein offenes und partizipatives Angebot, bei dem den Teilnehmenden unter anderem gesundes, regionales und saisonales Kochen vermittelt wird.
Workshop 6 (online): Fachleitlinie Gesundheit – von der Planung in die Umsetzung
Leitung: Antje Kohlrusch und Laura Geiger (Gesundheitsreferat)
Vorstellung der neuen Fachleitlinie Gesundheit „Gesundheitsgerechtigkeit fördern und Krisen meistern“ und gemeinsamer Austausch über die kooperative Umsetzung sowie Anschlussfähigkeit an die Münchner Gesundheitslandschaft.
CME-Punkte wurden bei der BLAEK beantragt.

